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Heinrichsthal

 

1268 Die Äbtissin Agnes zu Meschede bestätigte den Erwerb eines Gutes in der Druvethe (heute Heinrichsthal)

1848 Ruhrabwärts wird die Tuchfabrik an der Drüer Brücke in Heinrichsthal gebaut (Eickhoff)

Im gleichen Jahr wird in Heinrichsthal an der Grenze der Mescheder Gemarkung die "Walze" gebaut, in der zunächst eine Kettenfabrikation betrieben wird

1885 Der damalige Ortsteil Drüerbrücke erhält den Namen Heinrichsthal, benannt nach dem Fabrikanten Heinrich Eickhoff

1897 In Heinrichsthal wird die Schiefergrube in Betrieb genommen

 

Die 1848 an der Drüerbrücke gegründete Tuchfabrik Eickhoff hatte die Krise überstanden. Die Fabrik war zunächst 1834 in Meschede gegründet worden. Von dem Stammhaus in der Beringhauser Straße / Ecke Zeughausstraße ist bis heute das an der Beringhauser Straße Nr. 1 gelegene Gebäude erhalten, nunmehr allerdings zu Wohnzwecken umgebaut. Mit Übergang vom Hand- zum Kraftbetrieb wurde dieser Kleinbetrieb jedoch unrentabel.

 

In Heinrichsthal, nach dem Gründer der Firma benannt und inzwischen zu einem eigenen Ortsteil geworden, erwarb Heinrich Eickhoff deshalb 1847 an der Ruhr eine größere Wasserkraft und gründete dort 1848 ein neues Unternehmen. Die Karte über die dem Fabrikanten Heinrich Eickhoff zu Meschede zugehörige, in der Steuergemeinde Eversberg, Flur XI. gelegene Tuchfabrik, aufgenommen im April 1849, belegt eindeutig den ursprünglichen Kern der Anlage, welcher durch das später an dieser Stelle errichtete Hauptproduktionsgebäude überbaut wurde. Vermutlich war die Anlage jedoch in der ersten Zeit von geringer Bedeutung, da die Fabrik in der ?Hütten- und Gewerbekarte des Regierungsbezirks Arnsberg? aus dem Jahre 1858 nicht aufgeführt ist. Erst in einem Urkataster der Steuergemeinde Eversberg aus dem Jahre 1827 mit Nachträgen aus dem Jahre 1872 ist die Fabrikanlage mit dem großen Produktionsgebäude verzeichnet.

 

Eine erhebliche Expansion des Unternehmens lässt sich demnach in der Zeit zwischen 1858 und 1872 legen. In diese Zeit fällt bezeichnenderweise auch die Erschließung des Ruhrtals durch die Eisenbahnlinie; 1871 wurde die Bahn bis Meschede, in den folgenden Jahren weiter durch das obere Sauerland geführt. Mit Rücksicht auf den Eisenbahnbau wurde Ende der 60er Jahre der Betrieb erheblich vergrößert und gleichzeitig die an der Grenze der Mescheder und Eversberger Gemarkung befindliche Hengesbachsche Spinnerei angekauft. Bald nach Eröffnung der Eisenbahn wurde eine Dampfmaschine angelegt. Die Fabrik prosperierte. Im Jahre 1882 trat an die Stelle des Wasserrades eine Turbine. Gleichzeitig wurde eine Holzschleiferei hinzu gebaut. Im Jahre 1887 aber brannte die Tuchfabrik nieder. Während der Zeit des Neubaus wurden die Arbeiter mit Erdarbeiten beschäftigt und zu Handlangerdiensten verwendet. Im folgenden Jahr wurde der Betrieb mit der alten Belegschaft wieder eröffnet.

Im Jahre 1894 wurde die separate Spinnerei, aus der inzwischen eine Kunstwollfabrik geworden war, verkauft und wechselte danach mehrfach den Besitzer und stellte dann den Betrieb ein. Das große Fabrikgebäude stammt - vermutlich in zwei Bauabschnitten errichtet - aus der Expansionszeit, also den 1860er Jahren. Es handelt sich um einen völlig symmetrisch gegliederten, über das Wasser gebauten Baukörper in klassizistischer Form. In den beiden traufenständigen Flügelbauten waren über vier Geschosse die Web- und Spinnsäle untergebracht, während das schmale, weit vorgezogene Giebelhaus die Turbine aufnahm. Die Idee, den Bau über dem Wasser anzulegen, findet ihre Vorbilder in dem Fabrikbau aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Schon Anfang der 1850er Jahre war der Einfluss der englischen Architektur für die westfälische Textilindustrie bedeutend geworden und hatte ihre Bauten geprägt.

Die Weberei Eickhoff repräsentiert den Prototyp der modernen Großfabrik jener Zeit. Sie darf wohl als eine der frühesten Anlagen dieser Art und vermutlich auch als einzige in Westfalen gelten. Darüber hinaus handelt es sich durch die Komplettheit der Gesamtanlage mit den aus verschiedenen Phasen stammenden Fabrikationsgebäuden, der Wasserführung sowie Fabrikantenvilla und Arbeiterhäusern um ein überaus bedeutendes Beispiel für die Entwicklung der im 19. Jahrhundert einsetzenden Industrialisierung im Mescheder Raum. Die Eickhoffsche Fabrik war lange die einzige Tuchfabrik, die sich in der Stadt halten und entwickeln konnte. Inzwischen musste sie allerdings auch den Betrieb einstellen (1972), da die Konkurrenz aus dem fernen Osten übermächtig wurde.

 

Die "Walze" in Heinrichsthal war ursprünglich eine Kettenschmiede, die im Jahre 1848 von N. Langenscheidt erbaut wurde, der dort später Eisendraht herstellt.

 Seit 1869 betrieben die Gebrüder Eickhoff dort eine Wollspinnerei.

Unter verschiedenen Besitzern wurde der Spinnereibetrieb fortgesetzt, bis im Jahre 1901 die Firma von Hagen dort eine Gelbgießerei einrichtete und verschiedene Beschläge herstellte.

Nach einem Brand im Jahre 1934 wurde das Werk 1937 / 38 wieder hergestellt.

Nach dem Krieg wurde die Produktion auf Kunststoffe und Lampen umgestellt.

 

Zwischenzeitlich gab es mehrere Gaststätten, eine Metzgerei (Fisse), eine Taxi Unternehmen und Schuster ( Hohmann), einen Friseur (Gebauer),  einen Bäcker (Krautwurst), einen Lebensmittelladen (Heckmann), einen Tabak und Fahrradhandel (Reuber), einen Dachdecker (Schmalz), 2 Schneiderinnen und eine Post  in Heinrichsthal.

 

Derzeit leben 406 Menschen in Heinrichsthal davon sind 204 männlich und 202 weiblich (Stand 30.06.2014)

 

 

Quelle: www.meschede.de und www.wikipdedia.de

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